Deshalb sagte der Pilzverein ab

Veltheim: In einem bissigen Inserat erläutert der Pilzverein Rupperswil, warum er dem diesjährigen Pfalz-Märt in Veltheim fernblieb.
Das Inserat im General-Anzeiger liess aufhorchen. Anstatt für sich Werbung zu machen, nutzte der Pilzverein Rupperswil den Platz in der Zeitung, um seinem Ärger Luft zu verschaffen. «Viele Besucher haben am 25. Pfalz-Märt unseren geliebten Stand mit Pilzragout vermisst», schrieb der Verein. Grund für das Fernbleiben sei eine «unliebsame Begegnung mit dem neuen Landbesitzer» gewesen, die sich ein Jahr zuvor ereignet habe.
Der Verein berichtet in dem Inserat von «wüstesten Beschimpfungen» vonseiten des Landbesitzers und von einem anschliessenden «Achselzucken» des Pfalz-Märt-Organisationskomitees, als man ihm von dem Vorfall berichtete.
Mit dem Fadenschneider
Der Streit ereignete sich beim Standaufbau 2025. Walter Dürst, Präsident des Pilzvereins Rupperswil, erläutert auf Anfrage des General-Anzeigers: «Wir hatten während sechs Jahren immer den gleichen Platz am Pfalz-Märt. Und das Gras war stets schön geschnitten, damit wir unser Zelt und die Bänke aufstellen konnten.» Dieses Mal sei das Gras aber einen Meter hoch gewesen. «Da schnitten wir es mit dem Fadenschneider halt selbst», erzählt Dürst. «Dann kam von der Strasse ein schreiender Mann herangebraust. Er sagte, es sei sein Land und wir dürften hier nicht einfach das Gras schneiden.»
Wie sich herausstellen sollte, handelte es sich bei dem Mann um den neuen Landbesitzer. «Ich versuchte, ihn zu beschwichtigen, aber er beruhigte sich überhaupt nicht und schrie mich weiter an. Auch als ich mich als Präsident des Pilzvereins vorstellte und sagte, dass wir vom Organisationskomitee des Pfalz-Märts das Okay für diesen Platz hätten, fiel er mir weiter ins Wort.» Am Ende habe er selbst die Contenance verloren, so Walter Dürst.
Ein anderer Standplatz
Trotz dieser Eskalation konnte der Pilzverein seinen Stand am Pfalz-Märt 2025 am Ende aufstellen. «Ich bat die Organisatoren jedoch, uns für die nächste Ausgabe einen anderen Platz, der sich nicht auf dem Land dieses Mannes befindet, zu geben – umsonst, sie reagierten bloss mit einem Achselzucken.» Also entschied der Pilzverein, dem Pfalz-Märt in diesem Jahr ganz fernzubleiben.
Ob der Verein sein Pilzragout in Zukunft am Pfalz-Märt anbieten will oder nicht, ist offen. Die Organisatoren müssten von sich aus auf ihn zukommen, sagt Dürst. «Wir werden nicht darum betteln.»
Arthur Klaus, Präsident des Vereins Mosti Veltheim, der den Pfalz-Märt seit 25 Jahren organisiert, scheint der Geschichte derweil überdrüssig zu sein. Vom General-Anzeiger auf das Thema angesprochen, sagt er am Telefon bloss: «Kein Kommentar – und Punkt!»