Die Stammlande im Fokus

Sie drehen nicht am Glücksrad, sondern am Zeitrad: Holger Czerwenka, Direktor Aargau Tourismus und Vorstandsmitglied, Georg Matter, Abteilungsleiter Kultur Kanton Aargau, und Marco Sigg, Direktor Museum Aargau und Trägervereinspräsident (von links
Sie drehen nicht am Glücksrad, sondern am Zeitrad: Holger Czerwenka, Direktor Aargau Tourismus und Vorstandsmitglied, Georg Matter, Abteilungsleiter Kultur Kanton Aargau, und Marco Sigg, Direktor Museum Aargau und Trägervereinspräsident (von links).Bild: Malini Gloor

Habsburg: Im Rittersaal von Schloss Habsburg wurde ein neues Kapitel eröffnet. Der Verein Stammlande der Habsburger macht mit zahlreichen Partnern Geschichte erlebbar.

Der Rittersaal auf Schloss Habsburg platzte am letzten Donnerstagabend fast aus allen Nähten: Vertretende aus Politik auf allen Ebenen, von vielen Vereinen sowie weitere Beteiligte waren am ersten öffentlichen Anlass des Trägervereins Stammlande der Habsburger dabei.

Der Verein Stammlande der Habsburger bringt Interessierten die aargauischen Sehenswürdigkeiten und Schauplätze aus der Frühzeit der Habsburger näher, also von ungefähr 1020 bis 1415. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang galten die Habsburger als mächtigste Dynastie Europas. Ihre Familiengeschichte fasziniert und ist sagenumwoben. Die zwölf Schauplätze des Vereins sind in chronologischer Reihenfolge: Schloss Habsburg, Kloster Muri, Bremgarten, Brugg, Laufenburg, Schloss Wildegg, Schloss Lenzburg, Baden, Rheinfelden, Kloster Wettingen, Schloss Hallwyl sowie Kloster Königsfelden.

Netzwerke geknüpft

Marco Sigg, Direktor des Museums Aargau und Präsident des Trägervereins Stammlande der Habsburger, sagte in seiner Rede, dass man kulturtouristisches Potenzial sichtbar machen und aktivieren wolle. Von 2022 bis heute seien Beziehungen gestärkt und Netzwerke geknüpft worden, damit der Verein habe gegründet werden können.

Georg Matter, Abteilungsleiter Kultur des Kantons, betonte seinerseits, man wolle verstärkt eine proaktive Erinnerungskultur schaffen: «Wir lassen die Geschichte nicht im Archiv verstauben, sondern holen sie zurück ins Heute.» Erinnerungskultur sei zudem keine Nostalgie, man gehe weg von der rein musealen Betrachtung zum immateriellen Erbe mit mündlich überlieferten Geschichten dieser Schweizer Adelsfamilie. «Die Habsburger haben die Geschicke Europas über Generationen hinweg geprägt. Mit vielen Partnern wollen wir das sichtbar machen.» Für die Zukunft sind Kooperationen mit dem Elsass und Baden-Württemberg angedacht.

Noch bis zum 31. Oktober ist auf Schloss Habsburg eine Wanderausstellung zur Dynastie der Habsburger zu erkunden: «Die Habsburger im Aargau. Hier, wo alles begann», heisst sie. Danach geht die Ausstellung auf Tour durch die restlichen elf Stammlande im Aargau.

Die Wanderausstellung vermittelt Informationen spannend und unterhaltsam, zum Beispiel mit dem Zeitrad, das einen auf eine Reise durch die Gebiete der Aargauer mitnimmt. Gewinnen kann man nicht wie beim Drehen an einem Glücksrad ein «Bhaltis» made in China, sondern spannendes Wissen über Geschichte, die lokaler und doch weltumspannender kaum sein könnte.

Gäste aus dem Adel

Illustre Gäste am Anlass waren Erzherzogin Maria von Habsburg-Lothringen und Erzherzog Simeon von Habsburg-Lothringen, ein Enkel von Kaiserin Zita. Sie kontaktierten das Museum Aargau letztes Jahr, weil sie sich eine Führung durch Schloss Habsburg wünschten. So kam man in engeren Kontakt und lud sie natürlich als Gäste zum ersten öffentlichen Anlass des Trägervereins ein.

Auf der neuen Website stammlande-habsburger.ch erfährt man alles über das neue Projekt und die Ausflugsmöglichkeiten.