Eine Dorfstrasse als Nadelöhr

Der Birreter Gemeindeammann Daniel Knappe.Bild: zVg

Der Birreter Gemeindeammann Daniel Knappe.Bild: zVg

Auf der Dorfstrasse in Birrhard kann es bisweilen eng werden.Bild: Marko Lehtinen

Auf der Dorfstrasse in Birrhard kann es bisweilen eng werden.Bild: Marko Lehtinen

Birrhard Die Gemeinde ruft in ihrem Mitteilungsblatt zu mehr Disziplin auf der Dorfstrasse auf. Gemeindeammann Daniel Knappe erläutert die verkehrstechnischen Probleme.

Die Gemeinde Birrhard richtet sich in ihrem Mitteilungsblatt von Anfang Oktober an die Bevölkerung: «Auf der Dorfstrasse wird vermehrt festgestellt, dass Fahrzeuge das Trottoir befahren.

Es ist jedoch nicht als Fahrspur vorgesehen, sondern dient im Bedarfsfall lediglich zum kurzen Ausweichen und Anhalten bei Gegenverkehr», schreibt die Verwaltung. Ausserdem bittet sie alle Verkehrsteilnehmenden, die Geschwindigkeit «den örtlichen Verhältnissen anzupassen», damit gefährliche Situationen vermieden würden und die Sicherheit gewährleistet werden könne.

Daniel Knappe, warum richtet sich die Gemeinde in Sachen Dorfstrasse ausgerechnet jetzt an die Bevölkerung? Haben die gefährlichen Situationen und schweren Unfälle zugenommen, oder gab es mehr Beschwerden?

Schwere Unfälle haben sich nicht ereignet. Aber wir haben bezüglich Sicherheit immer wieder Meldungen aus der Bevölkerung erhalten, denn die Situation auf der Dorfstrasse ist tatsächlich nicht ideal. Diese Meldungen sowie die eigenen Erfahrungen aus der Verwaltung und dem Gemeinderat haben uns dazu bewogen, die Bevölkerung wieder einmal auf die Gefahren auf der Dorfstrasse aufmerksam zu machen.

Was ist das konkrete Problem?

Der Verkehr auf der Dorfstrasse hat zugenommen, unter anderem aufgrund der Tatsache, dass sich die Einwohnerzahl von Birrhard seit dem Jahr 2008 verdoppelt hat. Auf der engen Strasse durch das Dorf gilt wiederum Tempo 50, was heikel ist, wenn zwei Autos aufeinander zufahren.

Wäre Tempo 30 auf gewissen Abschnitten keine Lösung?

Die Dorfstrasse ist eine Kantonsstrasse. Der Kanton entscheidet also, was mit der Strasse geschieht, nicht wir. Und auf Kantonsstrassen gilt generell Tempo 50. Eine Geschwindigkeitsreduktion auf Tempo 30 war bisher somit keine Option. Wir behalten diese Möglichkeit aber auf dem Radar, denn konzeptionell wäre Tempo 30 an gewissen Stellen dieser Strasse wahrscheinlich das Richtige.

Sie sagen, die Strasse sei eng.

Ja, die Dorfstrasse ist hinsichtlich ihrer Breite wie eine Einbahnstrasse. Sie hat ein Ausweichtrottoir, auf dem alle paar Meter ein Pfosten steht. Auf dieses Trottoir müssen die Autofahrenden ausweichen, wenn sie sich kreuzen, und dabei aufpassen, dass sie keine Fussgänger, keine Velofahrer und keine Pfosten umfahren. Wenn dann noch der Bus um die Kurve kommt, kann es schnell einmal eng werden und einen Unfall geben.

Sie haben auf der Dorfstrasse immer wieder Probleme mit umgefahrenen Pfosten.

Das stimmt, die Pfosten sind aus Metall, und wenn jemand in sie hineinfährt, wird der ganze Bodenbelag mitgerissen. Jedes Mal muss nicht nur der Pfosten ersetzt, sondern auch die Strasse repariert werden. Das ist Aufgabe des Kantons, aber ihm gehen immer wieder die Metallpfosten aus.

Gibt es im Gemeinderat Pläne für eine Veränderung der verkehrstechnischen Situation?

Wir haben vor rund sechs Jahren beim Kanton angefragt, ob Tempo 30 auf der Dorfstrasse in Birrhard möglich sei, doch die Antwort war: Es gibt im Aargau keine einzige Kantonsstrasse mit Tempo 30. Ende der Diskussion. Kürzlich hat man an der Bahnhofstrasse in Aarau, die eine Kantonsstrasse ist, jedoch eine Testphase mit Tempo 30 durchgeführt. Deshalb haben wir vor, den Kanton nochmal auf das Thema anzusprechen – was nicht heisst, dass Tempo 30 für uns die einzig mögliche Lösung ist. Es gibt auch andere Optionen, die im Moment jedoch nicht auf dem Tisch liegen.

Wann ist mit einem Vorstoss des Gemeinderats zu rechnen?

Wir sind uns des Problems bewusst und haben es auf der Pendenzenliste. Aber es bleibt dabei: Die Strasse liegt im Zuständigkeitsbereich des Kantons.