Sicher im Haus unterwegs

Region: Damit man auch im gebrechlichen Alter selbstständig wohnen kann, gibt es kluge Hilfsmittel und einfache Anpassungsmöglichkeiten.
Häufig beginnen die Mühseligkeiten im Badezimmer. Das Bein will nicht mehr so leicht über den Wannenrand, der Stand wird wacklig, die Hand sucht nach Halt. «Dafür gibt es einfache Lösungen, ohne dass man dafür etwas umbauen muss», sagt Eliane Walter, Geschäftsführerin der Hilfsmittelwelt in Wettingen. «Zum Beispiel den mobilen Sauggriff, den man auf allen glatten, unstrukturierten Oberflächen anbringen kann.» Sie demonstriert das in wenigen Sekunden. Der Griff sei derselbe, der beim Handtransport von Fensterscheiben zum Einsatz komme. «Einmal festgeklippt, hält er felsenfest», sagt Walter. Zugleich lässt er sich leicht wieder entfernen und hinterlässt weder Spuren noch Schäden.
Für die Badewanne führt die Hilfsmittelwelt anschraubbare Einstiegshilfen. Wenn bauliche Eingriffe erlaubt sind, kann man sich alternativ von einer Sanitärfirma ein Türchen in die Wannenwand einpassen lassen. Die Anbieter versprechen eine Montage in einem halben Tag und absolute Wasserdichtheit, die auch Vollbäder erlaubt. Für alle, die gern baden, aber sich den Ein- und Ausstieg nicht mehr zutrauen, bietet sich der Badelifter an: ein Sitz, der einen ins Wasser hinunterlässt und wieder hinaufbefördert.
Wird die Benutzung der Badewanne trotz allem zu gefährlich, gibt es eine weiter gehende Lösung, die reversibel ist und sich so ebenfalls für Mietwohnungen eignet: die mobile Sitzdusche der Brugger Firma Bad und Sicherheit. Das Gehäuse wird an einer Wand aufgestellt, in einer Ecke platziert oder auf die Badewanne aufgesetzt. «Die bestehenden Wasseranschlüsse genügen», sagt Geschäftsinhaberin Petra Lutz, «und die Dusche ist in weniger als einem Tag auf- und wieder abgebaut.» Die Sitzdusche lässt sich kaufen oder mieten. «Der einzige mögliche Nachteil ist, dass die Standfläche nicht ebenerdig zu liegen kommt», sagt Lutz, die jahrelange Erfahrung in barrierefreien Umbauten mitbringt. «Eine ‹Stufe› von 16 Zentimetern muss noch bewältigt werden können.» Der Boden der Sitzdusche ist mit einer Antirutschbeschichtung versehen. Eine solche lässt sich übrigens – ausser auf Acryl – in jeder bestehenden Dusch- oder Badewanne anbringen.
Auch für das WC gibt es Zubehör, das für mehr Sicherheit sorgt. Die Hilfsmittelwelt Wettingen hat Stützhilfen und Aufsätze mit Armlehnen im Angebot. Eine Toilettensitzerhöhung reduziert den Kraftaufwand beim Gang aufs stille Örtchen. Sie wird einfach auf die vorhandene Schüssel gelegt oder gestülpt. Das Aufstehen kann ausserdem vom Stuhl oder vom Sofa, das einen zu tief einsinken lässt, Mühe machen. Hier schafft eine Sitzauflage in Form eines stabilen Kissens Entlastung.
Ein wertvoller Allrounder, der sich im ganzen Haus einsetzen lässt, ist die Haltestange, an der man sich hochziehen oder festhalten kann. Sie wird ohne Werkzeug oder Bohrung zwischen Decke und Boden eingespannt. «Bedingung ist eine stabile Betondecke», sagt Eliane Walter. «Täfer oder eine abgehängte Gipsdecke würde durchgedrückt.» Die Stange passt in Raumhöhen zwischen 210 und 300 Zentimetern und kann mit Zubehör wie Stützbügeln oder Griffen ergänzt werden.
Für risikoarme Bewegung im Wohnbereich sorgen kleine Anpassungen: Potenzielle Stolperfallen wie Schwellen und Absätze lassen sich mit kleinen Rampen oder Abdeckplatten überbrücken. In kleineren Räumen, insbesondere im Bad, sollte die Tür so angebracht sein, dass sie nach aussen aufgeht, damit bei einem Unfall Helfer hineingelangen können. Vertiefte Beratung zu baulichen Massnahmen bietet die SAHB an, die gesamtschweizerische Fachstelle für unabhängige Hilfsmittelberatung. Sie betreibt zudem in Oensingen die grösste Ausstellung der Schweiz, wo vom Pflegebett über den Rollstuhl bis zum Treppenlift alles ausprobiert werden kann.