Förderverein will frischen Wind

Schinznach-Dorf: Der Förderverein Werkstatt Schenkenbergertal sucht neue Mitglieder und neue Ideen. Deshalb werden Infoanlässe durchgeführt und in der Emmerstube Brote gebacken.
Wenn am 17. Oktober der Duft von frisch gebackenem Brot einem in die Nase steigt, findet der Infoanlass des Fördervereins Werkstatt Schenkenbergertal ein erstes Mal statt. Die Gäste können in der Emmerstube ihr eigenes Brot in einen extra für die Stube angefertigen 30-jährigen Backofen schieben. Der Förderverein wartet dann mit seinem Erfahrungswissen auf.
Hintergrund des Brotbackanlasses in der Emmerstube in Schinznach-Dorf sind die Notwendigkeit und der Wunsch, dem Verein mit neuen Ideen und vor allem neuen Mitgliedern Leben einzuhauchen. Denn seit der Vereinsgründung sind 30 Jahre vergangen, und die älteren Mitglieder treten nach und nach aus dem Verein aus.
Vereinspräsidentin Rosmarie Gebhard erklärt: «Vieles ist möglich innerhalb der Werkstatt Schenkenbergertal. Alle Ideen sind anregend und eröffnen neue Perspektiven, die vielleicht zu einem spannenden Konzept führen», sagt sie. Wichtig sei, dass jemand etwas bewirken wolle und tatkräftig bei der Umsetzung im Team mithelfe. «Es benötigt aber ebenso Personen, welche die regelmässigen Arbeiten innerhalb des Vereins ausführen und die bewährten Projekte unterstützen.» Zurzeit sind mit Rosmarie Gebhard, sie ist Gründungsmitglied, noch Marius Portmann Heyer, Claudia Keusch sowie im erweiterten Vorstand Bruno Stadler und Claudia Rudi vertreten. «Für einen solch grossen Verein müssten wir fünf bis sieben Leute im Vorstand haben. Wenn wir niemanden finden, müssen wir den Verein auflösen», meint Rosmarie Gebhard.
Damit es nicht so weit kommt, engagiert sich der Verein und veranstaltet Anlässe wie das Brotbacken. Am Samstag, 17. Oktober, wird das Brothüsli lanciert. Dann wird ausserdem eine Information um 11 Uhr stattfinden. Weitere Brotbackanlässe gibt es Ende November und Anfang Dezember.
Jurakalkstein und Obstbäume
An den Informationsveranstaltungen wird erklärt, was momentan läuft. So hat man diverse Projekte gefördert und ihnen beim Start geholfen, wie beim Urgetreide. Ebenso engagierte sich der Verein sehr im Bereich der Jurapark-Kalksteinwände. Dieses Projket wurde vom Jurapark übernommen. Und die Hochstammobstäume werden nun von der Mosti Veltheim weiter gefördert. «Wir haben momentan noch den Getreideanbau, den wir fördern, und die Emmerstube als Vermittlungslokal. Für die mittlere Mühle und die Emmerstube sind Ideen da, ein Konzept ist vorhanden. Man kann auch Kurse anbieten», sagt Rosmarie Gebhard. Dann spiele das Thema keine Rolle. Oder die Stube wird für Familienanlässe genutzt So wie es eine Zeit lang der Fall war. Für Rosmarie Gebhard ist wichtig zu betonen, dass man in ihrem Verein in das Alltagsleben früherer Zeiten eintauchen kann. Was die Mitarbeit ebenfalls interessant macht, ist, dass man zusammenarbeitet.
Schoggitaler-Aktion war Anfang
Der Verein besteht seit 1996. Mit dem Geld aus der nationalen Schoggitaler-Aktion wurde der Verein gegründet. Für die Gründungsmitglieder Rosmarie Gebhard und den 2025 verstorbenen Robert Obrist, Grünen-Grossrat, war es zentral, das Thema «Vom Korn zum Brot» aufzunehmen. Das Startkapital wurde im Jahr 2000 für die Emmerstube genutzt – einen Werkstattraum, den der Verein bei der Weinbaugenossenschaft Schinznach mietet. Der Kurs richte sich an die dritte bis fünfte Primarstufe und sei immer noch erfolgreich, wie Claudia Rudi sagt. Die Schulkinder können zuschauen, wie aus Korn Mehl entsteht.
Nach Robert Obrists Tod gab es einen Bruch. Er war von Anfang an dabei, kannte sehr viele Leute, auch durch seine politische Arbeit, hatte stets Ideen, wusste, wer was kann oder macht. «Er war der Fels in der Brandung im Verein. Als er starb, musste man einiges recherchieren und zusammentragen, weil er sehr viel allein gemacht hat», so Claudia Rudi.
Infoanlässe in der Emmerstube: Samstag, 17. Oktober, 11 UhrMontag, 19. Oktober, 19 und 20 Uhr Sonntag, 1. November, 14 Uhr
Backanlässe in der Emmerstube: 21. November und 5. Dezember